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Chatami kritisiert "Schauprozess" gegen Oppositionelle

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Chatami kritisiert "Schauprozess" gegen Oppositionelle

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Der frühere iranische Präsident Chatami hat den ersten Prozess gegen Oppositionelle und Demonstranten der jüngsten Massenproteste als “bühnenreifen Schauprozess” angeprangert. Seit diesem Samstag müssen sich mehr als 100 Teilnehmer der Demonstrationen nach der Präsidentenwahl im Juni vor Gericht wegen Aufruhr und Vergehen gegen die nationale Sicherheit verantworten.

Der Oppositionskandidat, Mir Hussein Mussawi, kritisierte, dass die Geständnisse mancher Angeklagten an mittelalterliche Folter erinnerten. Einige waren vor Gericht eingeknickt und hatten ihre Vorwürfe wegen Wahlbetrugs zurückgenommen. In die Kritik von Chatami und Mussawi an dem Prozess reihte sich auch der weiterhin einflussreiche Ex-Präsident Rafsandschani ein. Mohammed Chatami hatte auf seiner Webseite den Prozess als Inszenierung und die Geständnisse als wertlos gebrandmarkt. Bei den Massenprotesten nach der Wahl waren mindestens zwanzig Menschen ums Leben gekommen. Laut Behörden sitzen noch heute mehr als 200 Oppositionelle, vom einfachen Bürger bis zum hochrangigen Politiker, im Gefängnis. Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen, und sogar die Todesstrafe, falls sie als Gottesfeinde verurteilt werden.