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Trauer in Tel Aviv

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Trauer in Tel Aviv

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Am Tatort des Mordes an zwei Homosexuellen in Tel Aviv herrschten heute Trauer und Betroffenheit. Kerzen wurden für die Opfer entzündet, Bürger der Stadt kamen, um den Homosexuellen ihr Mitgefühl zu bezeugen. Ein Vertreter der Homosexuellen in Tel Aviv sagte:
 
“Am schockierendsten ist, dass es in Tel Aviv geschehen ist, der tolerantesten Stadt dieses Landes. Diese Stadt ist jung, sehr frei, man fühlt sich sicher – vor allem dort, wo es geschehen ist.”
 
 Bei der wöchentlichen Kabinettssitzung verurteilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu  die Tat. Sein Stellvertreter Silvan Schalom erklärte: “Das ist ein Schock für uns alle. Gestern geschah ein Massaker, das wir nicht hinnehmen können. Die Polizei wird alles tun, um herauszubekommen, wer der Mörder, der Terrorist ist und ihn vor Gericht stellen.”
 
Die Küstenstadt Tel Aviv ist die säkulare Kapitale Israels, in der Homosexualität weitgehend geduldet wird. Anders im frommen Jerusalem.  Dort stoßen die Gay-Pride-Demonstrationen häufig auf den gewaltsamen Protest von ultra-orthodoxen Juden, die Homosexualität als Verrat am göttlichen Willen ansehen. Vor vier Jahren stach ein Ultra-Orthodoxer auf drei Teilnehmer einer Scnwulenparade ein. Alle drei überlebten. Die ultraorthodoxe  Schas-Partei verurteilte nun den Angriff in Tel Aviv.