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Zwei Tote bei Angriff auf Schwulentreff in Tel Aviv

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Zwei Tote bei Angriff auf Schwulentreff in Tel Aviv

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Bei einem bewaffneten Angriff auf ein Zentrum für Schwule und Lesben in Tel Aviv sind zwei Menschen getötet worden. Ein schwarz gekleideter, maskierter Mann war in den Club für homosexuelle Jugendliche gestürmt und hatte mit einer automatischen Waffe um sich geschossen. Ein junger Mann und eine junge Frau waren auf der Stelle tot. Mindestens 11 Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Die meisten Opfer sind nach Angaben eines Polizeisprechers Minderjährige.

Der Hintergrund des Angriffs ist unklar. Die Polizei geht aber von einem kriminellen Akt gegen die Schwulenszene aus und nicht von einem Terroranschlag. Der Täter flüchtete. Als Vorsichtsmaßnahme empfahl die Polizei, alle öffentlichen Schwulen- und Lesbentreffs zu schließen. Die Club-Besucher, die die Tat miterlebt haben, standen unter Schock: “Die Homosexuellenszene in Israel und Tel Aviv hat eine Nachricht bekommen, eine sehr ernste Nachricht, ein rotes Warnlicht: Israel und Tel Aviv sind für niemanden mehr sicher!”, sagte ein Augenzeuge. Unweit des Zentrums versammelten sich spontan hunderte Menschen zu einer Protestkundgebung. Die weltoffene Küstenmetropole Tel Aviv hat eine lebendige Schwulenszene. Immer wieder aber kommt es bei Homosexuellen-Paraden zu Ausschreitungen mit orthodoxen Juden. Vor vier Jahren verletzte ein Täter drei Teilnehmer mit einem Messer.