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Ex-Waffenlobbyist Schreiber an Deutschland ausgeliefert

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Ex-Waffenlobbyist Schreiber an Deutschland ausgeliefert

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Der frühere Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist auf dem Weg von Kanada nach Deutschland. Fast zehn Jahre lang hatte er sich mit allen juristischen Mitteln gegen seine Auslieferung gewehrt. Ein letzter Widerspruch wurde am Sonntag von einem Berufungsgericht zurückgewiesen.

Im Bundestags-Wahlkampf würden die Sozialdemokraten wieder versuchen, aus seinem Fall Kapital zu schlagen, sagte Schreiber auf dem Weg in die Abschiebehaft; auf diese Weise habe die SPD bereits drei Wahlen gewonnen. Schreiber ist eine Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre in der Zeit, als Helmut Kohl deutscher Bundeskanzler war. Ermittlungen ergaben, dass Schreiber dem damaligen CDU-Schatzmeister auf einem Parkplatz in der Schweiz eine Million Deutsche Mark in einem Koffer übergeben hatte. Der 75-jährige, der auch kanadischer Staatsbürger ist, ist in Deutschland wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung, Betrugs und Bestechung angeklagt. Auch in Kanada sorgte Schreiber für Schlagzeilen: Er gab an, dem früheren kanadischen Premierminister Brian Mulroney Schmiergelder gezahlt zu haben. Der Bericht einer Untersuchungskommission soll Ende des Jahres vorliegen.