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Neuer NATO-Chef will mit Taliban reden

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Neuer NATO-Chef will mit Taliban reden

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Der neue NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen will zur Lösung des Konflikts in Afghanistan auch mit moderaten Taliban sprechen. Unter den radikali-islamischen Rebellen gebe es Gruppen mit denen man verhandeln könne, sagte der frühere dänische Ministerpräsident vor seinem heutigen ersten Arbeitstag. Er tritt die Nachfolge des Niederländers Jaap de Hoop Scheffer an, der fünfeinhalb Jahre an der Spitze der Allianz stand.

Dies sei eine schwierige Zeit für das Bündnis, sagt der Londoner Politikwissenschaftler Tomas Valasek. Die NATO sei in Afghanistan im Krieg und es laufe nicht gut dort. Nicht zu vergessen die weiteren Brennpunkte: schwierige Beziehungen zur EU, angespannte Beziehungen zu Russland und eine mögliche Krise der Verteidigungsbudgets wegen des Wirtschaftsabschwungs. Aber auch die Erweiterung gen Osten, die Rückkehr Frankreichs in die Kommandostruktur und eine neue Sicherheitsstrategie – im Brüsseler NATO-Hauptquartier erwartet Fogh Rasmussen eine volle Agenda und Überzeugungsarbeit: Als vor vier Jahren eine dänische Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed druckte, lehnte es der damalige Regierungschef ab, sich dafür zu entschuldigen. Es kam zu gewalttätigen Protesten in der islamischen Welt. Lange hatte sich deshalb die Türkei der Berufung des rechtsliberalen Politikers widersetzt. Fogh Rasmussen verprach, die Zusammenarbeit mit muslimischen Ländern zu sträken. Außerdem will er “sehr bald in die Türkei reisen”.