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Schreiber wieder in Deutschland

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Der frühere Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist in Deutschland eingetroffen. Der heute 75jährige ist eine der Schlüsselfiguren im Parteispendenskandal um Ex-Kanzler Kohl. Er war 1999 nach Kanada geflüchtet und hatte zehn Jahre lang mit juristischen Eingaben die Auslieferung verzögert.

Wegen Fluchtgefahr dürfte er in Augsburg in Untersuchungshaft bleiben. Ihm werden Bestechung, Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. “Würde, je nachdem welche Schuldsprüche erfolgen und welche Einzelstrafen für die verschiedenen Taten verhängt würden, eine Gesamtstrafe gebildet, könnte diese maximal bis 15 Jahre gehen”, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz. Mit der Übergabe von Schmiergeldern Schreibers an CDU-Politiker begann der Spendenskandal, der letztlich mit zum Ende der Ära Kohl beitrug. Helmut Kohl und andere führende Christdemokraten räumten ein, Spenden in Millionenhöhe angenommen und unrechtmäßig an der Parteikasse vorbeigeleitet zu haben. Angela Merkel sagte sich nach der Affäre von ihrem politischen Ziehvater los. Schreiber hat sie jetzt in einem Brief gebeten, sich für ihn einzusetzen. Er behauptet, seine Auslieferung kurz vor der Bundestagswahl sei politisch motiviert.