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Wachsende Kritik an britischem Afghanistan-Einsatz

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Wachsende Kritik an britischem Afghanistan-Einsatz

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Ein britischer Obergefreiter muss sich vor einem Militärgericht verantworten, weil er sich weigert, weiter in Afghanistan seinen Dienst zu tun. Der 27-jährige, der heute in Großbritannien eingesetzt ist, hatte vergangene Woche in einem Brief an den Premierminister den britischen Einsatz in Afghanistan als Instrument der amerikanischen Außenpolitik angeprangert.

An diesem Montag musste er erstmals vor einem Militärgericht erscheinen. Nach zwei Jahren in Afghanistan war er dort unerlaubt vom Dienst ferngeblieben. Ihm drohen deswegen zwei Jahre Gefängnis. Der Einsatz habe weder das Terrorismusrisiko gemindert, noch das Leben der Afghanen verbessert, kritisiert er. Ähnlich kritisch sieht ein Parlamentsausschuss die Mission. Er legte an diesem Wochenende seinen Bericht vor. “Die Regierung sollte sich auf eine Priorität in Afghanistan konzentrieren, und das ist die Sicherheit. Stattdessen gab es eine Tendenz zum Ausufern der Mission – sich nämlich in derart viele Bereiche einzuschalten wie Aufbau der Nation, Kampf gegen Drogenhandel oder Menschenrechte”, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses. Dieser kritisiert in seinem Bericht neben dem Ausufern die unklare Strategie, mit der die Soldaten nach Afghanistan geschickt würden, und mangelde kulturelle Sensibilität. Solche Fehler erschwerten die Lage noch.