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Fatah - wo steht sie nach 50 Jahren?

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Fatah - wo steht sie nach 50 Jahren?

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Der Name FATAH ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben von “Bewegung zur nationalen Befreiung Palästinas” und ergibt rückwärts gelesen das arabische Wort für “befreien, Hindernisse wegschaffen”.

So hatte es Fatah-Gründer Jassir Arafat gemeint, hier auf dem Parteitag 1989 in Tunis. Zusammen mit drei Gefährten hatte der in Gaza geborene Bauingenieur Arafat Ende der 50er Jahre in Kuweit die Fatah als Guerilla-Organisation gegründet. In der erklärten Absicht, durch bewaffneten Kampf einen eigenen Palästinenserstaat zu schaffen. In ihrer Verfassung von 1964 bekannte sich die Fatah noch zur: “….Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus.” Die große Wende kam mit dem Friedensabkommen von Oslo 1993. Die PLO als Dachorganisation, in der bis heute die Fatah die stärkste Kraft ist, erkannte das Existenzrecht Israels an und schwor dem Terrorismus als politisches Kampfmittel ab. Drei Jahre später konnte nach den ersten palästinensischen Wahlen die Autonomiebehörde mit Jassir Arafat an der Spitze in Gaza ihre Arbeit aufnehmen. Die Autonomiebehörde – das war die Fatah. Weshalb ihr Scheitern an Machtmißbrauch und Korruption auch der Fatah angelastet wird. Als im Jahr 2000 die 2. Intifada ausbrach, verteidigte die Fatah immer noch ihre Politik der Verhandlungen mit Israel. Sie hatte aber schon an Einfluß verloeren – zugunsten der 1987 gegründeten radikal-islamischen Hamas. Im November 2004 starb Jassir Arafat. Das Chaos bei seiner Beerdigung in Ramallah kann man durchaus als Zeichen sehen für die Zustände in der zuletzt von Arafat als Alleinherrscher geführten Partei. Nachfolger Mahmoud Abbas gelang es nicht, das verlorene Vertrauen bei der Bevölkerung zurückzugewinnen. Schlimmer noch: Die Fatah verlor erst 2005 die Kommunalwahlen und im Jahr darauf dann die Parlamentswahlen. Der Versuch, mit der Hamas zusammen eine “Regierung der nationalen Einheit” zu bilden, scheiterte alsbald. Es folgte der Bruderkrieg im Gazastreifen im Juni 2007. Mit der Hamas als Sieger. Seitdem gibt es de facto zwei unterschiedlich beherrschte Palästinensergebiete. Den Gazastreifen unter der Hamas und das Westjordanland unter der Fatah. So sieht die Bilanz, die die Fatah auf ihrem ersten Parteitag seit 20 Jahren zu ziehen hat, eher traurig aus. Die von Abbas angestrebte nationale Versöhnung der verschiedenen Palästinensergruppen kommt nicht voran.