Eilmeldung

Eilmeldung

Palästinensischer Bruderzwist überschattet Parteitag

Sie lesen gerade:

Palästinensischer Bruderzwist überschattet Parteitag

Schriftgrösse Aa Aa

Der Parteitag der Fatah steht unter dem Zeichen des andauernden Bruderzwists zwischen Fatah und Hamas.

Gut vierhundert Fatah-Mitglieder konnten nicht aus dem Gazastreifen zum Parteitag ins Westjordanland fahren, weil die Hamas ihnen die Ausreise verweigerte. Die rivalisierende Palästinensergruppe regiert seit ihrem Wahlsieg 2006 den Gazastreifen. Sie macht für Ausreisegenehmigungen zum Parteitag zur Bedingung, dass ihre eigene Mitstreiter im Westjordanland nicht verfolgt werden. Ein Hamassprecher: “Die Fatah hat sich geweigert, an nationalen, regionalen und arabischen Verhandlungen über die Freilassung von Hamas-Häftlingen aus Gefängnissen im Westjordanland teilzunehmen. Dieser Parteitag fällt mit einer so noch nicht dagewesenen Medienkampagne der Fatah gegen unsere Führer im Westjordanland zusammen. Das wird es noch schwieriger und komplizierter machen, einen Dialog aufzunehmen.” Seit dem Tod ihres Gründers Jassir Arafat hat die Fatah, die größte politische Palästinenserbewegung, an Einfluss gegenüber der Hamas verloren. Wie diese sieht sie in ihrer Gründungscharta den bewaffneten Kampf gegen Israel vor. Beim Parteitag dürfte dies nicht geändert werden, der Schwerpunkt jedoch auf zivilen Ungehorsam und friedliche Lösungssuche verschoben werden.