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Zweiter Prozess im Fall Politkowskaja verschoben

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Zweiter Prozess im Fall Politkowskaja verschoben

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Ein zweiter Prozess im Fall der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja wurde auf Freitag vertagt. Dann soll geklärt werden, ob die Verhandlung vor dem Moskauer Militärgericht öffentlich sein wird. Zu Beginn des Prozesses am Mittwoch forderte die Anwältin der Politkowskaja-Familie den Richter auf, den Fall wegen lückenhafter Beweisaufnahme an die Staatsanwaltschaft zurückzugeben. “Dieser Prozess kann die Wahrheit nicht an den Tag bringen”, so die Anwältin. “Es liegt das gleiche Beweismaterial vor und vor Gericht stehen die gleichen Leute. Wir werden nichts Neues erfahren.” Die kremlkritische und wegen ihrer Reportagen aus Tschetschenien bekannte Politkowskaja war im Herbst 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden. Ein erster Prozess ging im vergangenen Februar mit dem Freispruch für die drei Männer zuende, die in den Mord verstrickt sein sollen. Der mutmaßliche Haupttäter und die Auftraggeber wurden nicht gefasst.
 
Für den Anwalt der Angeklagten macht es keinen Unterschied, ob der Fall erneut verhandelt oder an die Staatsanwaltschaft zurückverwiesen wird. Er rechnet erneut mit einem Freispruch. Im Juli war die Menschenrechtlerin Natalia Estemirowa im Nordkaukasus ermordet worden. Tausende Menschen protestierten vor zwei Wochen in Moskau gegen politisch motivierte Morde. Gerüchten zufolge führen die Spuren in den Machtapparat Russlands.