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South Stream gegen Nabucco?

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South Stream gegen Nabucco?

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South Stream ist nicht das einzige Vorhaben einer Erdgasleitung von Asien nach Europa: Die EU setzt große Hoffnungen auf Nabucco, ihr Konkurrenzprojekt. Erst letzten Monat machten die EU und die Transitländer mit einem Vertrag den Weg für diese Pipeline frei.

Die Nabucco-Leitung soll ebenfalls Erdgas aus Mittelasien nach Europa bringen, aber – und das ist das Entscheidende – an Russland vorbei. Ein weiteres Aber: Bisher ist weitgehend unklar, wer das Erdgas für diese Pipeline liefern soll. Die mittelasiatischen Förderländer werden ebenso von Russland und auch von China umworben. Nabucco wird mehr als dreitausend Kilometer lang werden und soll knapp acht Milliarden Euro kosten. Die Leitung führt vom Osten der Türkei bis zum österreichischen Knotenpunkt Baumgarten. Als Lieferländer kommen Aserbaidschan, Turkmenien oder auch Iran in Betracht. Durch Nabucco sollen nach dem vollen Ausbau jedes Jahr bis zu 31 Milliarden Kubikmeter Gas fließen. Die South-Stream-Pipeline wird zunächst für die gleiche Fördermenge ausgelegt; später einmal soll sie aber rund doppelt soviel Erdgas transportieren. Die Baukosten werden hier mit zehn Milliarden Euro angegeben. South Stream soll auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlegt werden – und von Bulgarien aus dann weiter auf einer Nord- und einer Südroute. Für den federführenden russischen Gasprom-Konzern gibt es zwischen beiden Pipeline-Vorhaben keine Konkurrenz: Für die Zukunft sieht die Firma in Europa einen derart hohen Erdgasbedarf, dass sogar noch beide Leitungen zusammen – plus die Ostseepipeline Nord Stream – ihn nicht decken könnten.