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Weiter viele Vertriebene nach Georgienkrieg

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Weiter viele Vertriebene nach Georgienkrieg

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Schon lange, seit Anfang der Neunziger, waren Südossetien und Abchasien faktisch von Georgien abgespalten. Beide Gebiete näherten sich an Russland an; die meisten Südosseten bekamen sogar russische Pässe.

Vor einem Jahr versuchte Georgien wieder, zumindest Südossetien zurückzuerobern. Russland ließ sich nicht lange bitten; der Angreifer war schnell besiegt. Georgien seinerseits verwies darauf, man sei provoziert worden und habe keine andere Wahl gehabt. Nach den jeweiligen offizellen Angaben wurden auf beiden Seiten einige hundert Menschen getötet, zum größeren Teil Zivilisten. Zehntausende wurden vertrieben. Laut Amnesty International sind noch immer weit über zwanzigtausend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Außerdem seien weder auf der einen noch auf der anderen Seite Verbrechen gegen Zivilisten geahndet worden. Eine Untersuchungskommission der EU befasst sich mit den Ereignissen vor einem Jahr. Sie wird von der Schweizer Diplomatin und Kaukasuskennerin Heidi Tagliavini geleitet und will ihre Ergebnisse im Herbst vorstellen.