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Prozess gegen Französin in Teheran begonnen

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Prozess gegen Französin in Teheran begonnen

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In Teheran hat der Prozess gegen die Französin Clotilde Reiss begonnen. Sie arbeitete als Sprachlehrerin im Iran. Reiss war am 1. Juli verhaftet worden. Ihr wird Informationssammlung und Anstiftung zu Unruhen vorgeworfen. Sie gab inzwischen zu, der französischen Botschaft einen Bericht über eine Demonstration in Isfahan übergeben zu haben. Außerdem sitzt eine iranische Angestellte der französischen Botschaft auf der Anklagebank. Die britische Botschaft protestierte dagegen, dass einem ihrer iranischen Angestellten der prozess gemacht wird. Auch das Strafverfahren gegen mehr als 100 Oppositionelle wurde fortgesetzt. Der reformorientierte frühere iranische Präsident Mohammed Chatami kritiserte das vor einer Woche begonnene Strafverfahren als “Schauprozess”. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom 12. Juni, bei der Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad offiziell zum Sieger erklärt worden war, gingen Hunderttausende Demonstranten auf die Straße. Die Proteste wurden teilweise gewaltsam niedergeknüppelt. Mehr als 1000 Demonstranten und Oppositionsanhänger wurden festgenommen, mindestens 20 Menschen getötet.