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Iranischen Oppositionspolitikern droht Anklage

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Iranischen Oppositionspolitikern droht Anklage

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Im Iran haben die einflussreichen Revolutionsgarden verlangt, dass sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat Mirhussein Musawi vor Gericht für die Unruhen der letzten Monate verantworten soll.

Auch Expräsident Mohammad Khatami solle vor Gericht gestellt werden. Politische Beobachter sehen den Vorstoß als Versuch, die beiden Reformpolitiker Musawi und Khatami mundtot zu machen und deren politischen Einfluss zu beschneiden. In Teheran stehen derzeit in einem Massenprozess iranische Mitarbeiter der britischen und französischen Botschaft sowie eine junge französische Sprachlehrerin vor Gericht. Insgesamt mehr als einhundert Menschen werden beschuldigt, bei den Protesten im Zuge der umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni, eine führende Rolle gespielt zu haben. Scharfe Worte gegen den Prozess kamen von der Europäischen Union, die das Vorgehen der iranischen Führung als Herausforderung gegenüber der gesamten EU bezeichnete. Die USA verlangten derweil die sofortige Freilassung von drei US-Bürgern, die vor einer Woche auf iranischem Territorium festgenommen worden waren. Offenbar hatten die drei Touristen während eines Wanderurlaubs im Nordirak versehentlich die iranische Grenze überquert.