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Massen-Schauprozess in Teheran

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Massen-Schauprozess in Teheran

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Iranische Mitarbeiter der französischen und der britischen Botschaft sowie eine junge Französin stehen in Teheran vor Gericht. In dem Schauprozess sind mehr als 100 Menschen angeklagt. Das iranische Regime reagiert damit auf die Proteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl Mitte Juni. Der französischen Sprachlehrerin Clothilde Reiss werden Spionage und Verwicklung in die Demonstrationen vorgeworfen. Eine in Frankreich lebende Freundin der jungen Frau ist davon überzeugt, dass die 24-Jährige nichts weiter als Augenzeugin der Proteste war. Der Vater der Angeklagten erklärte in einem Telefonat gegenüber französischen Medien, er glaube, dass es sich um eine Inszenierung handle. Bei den angeblichen Berichten, die seine Tochter an die Botschaft in Teheran geschickt haben soll, handle es sich um eine E-Mail, die als Lebenszeichen für Verwandte und Freunde gedacht war. Auch der Chefanalyst der britischen Botschaft in Teheran, der Iraner Hussein Rassam steht wegen Spionage vor Gericht. Die Europäische Union, Großbritannien und Frankreich protestierten gegen das Verfahren in Teheran. Nach der Wiederwahl des vor kurzem vereidigten Präsidenten Mahmud Achmadinedschad waren Hunderttausende Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Proteste wurden teilweise brutal beendet. Mehr als 1000 Menschen wurden festgenommen.