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Generationswechsel bei der Fatah

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Generationswechsel bei der Fatah

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Aus ihrem ersten Kongress seit 20 Jahren geht die Palästinenserbewegung Fatah verjüngt hervor. Unter anderem wurde der charismatische Marwah Bargouti ins neue Zentralkomitee gewählt. Der 50-jährige wurde von einem israelischen Gericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er gilt dennoch als möglicher Nachfolger von Fatah-Chef Mahmud Abbas.

Bei der Neuwahl triumphierten pragmatische Politiker, die in den besetzten Gebieten groß wurden und oft von den Israelis inhaftiert wurden, die hebräisch sprechen und gute Kontakte zu Israel besitzen über die Fraktion der Hardliner, die in Syrien und im Libanon im Exil leben, und denen Israel zum ersten Mal seit Jahrzehnten erlaubt hatte, in die Palästinensergebiete zu kommen. Dennoch sind viele der neuen Gesichter im Zentralkomitee aber alte Hasen, die schon zu dem als korrupt gebrandmarkten Führungszirkel von Ex-Palästinenserpräsident Jassir Arafat gehörten. Zwei von ihnen sind die ehemaligen Geheimdienstchefs im Gazastreifen sowie im Westjordanland, Mohammed Dahlan und Dschibril Radschub. Beiden wird Folter von politischen Gegnern vorgeworfen. Allerdings werden ihnen auch gute Drähte zu den USA und Israel nachgesagt. Nur drei der 18 gewählten Mitglieder des Zentralkomitees gehörten schon bislang dem Gremium an. Parallel zum Zentralkomitee wählten die Fatah-Delegierten die neuen Mitglieder des Revolutionsrates, dem zweiten wichtigen Parteigremium. Ihm gehört künftig auch der israelische Jude Uri Davis an, der seit den 80er Jahren Mitglied der Fatah ist.