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Lebenslang für NS-Kriegsverbrecher

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Lebenslang für NS-Kriegsverbrecher

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In einem der letzten deutschen Kriegsverbrecherprozesse ist ein früherer Wehrmachtsoffizier zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Münchner Schwurgericht befand den heute 90-jährigen Josef Scheungraber nach knapp elfmonatiger Beweisaufnahme des zehnfachen Mordes für schuldig. An der Urteilsverkündung nahmen auch Hinterbliebene der Opfer teil. Innerhalb des Gerichtssaals gab es Beifall für das Urteil.

1944 hatte Scheungraber als Kompaniechef eines Wehrmachtbataillons in der Toskana den Befehl zu einem Vergeltungsschlag für den Tod zweier deutscher Soldaten gegeben. Dabei waren vier Zivilisten hinterrücks erschossen und elf in ein Bauernhaus getrieben worden, das die deutschen Soldaten mit Dynamit in die Luft sprengten. Nur ein 15-jähriger überlebte – mit schweren Verletzungen. Bereits vor drei Jahren war Scheungraber in Italien in Abwesenheit zu lebenslanger Haft veurteilt worden. Er selbst hatte jede Beteiligung an dem Massaker bestritten, er habe davon nicht einmal gewusst.