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Putin in abtrünniger Region Abchasien

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Putin in abtrünniger Region Abchasien

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Ein Jahr nach dem Kaukasuskrieg ist der russische Regierungschef Wladimir Putin nach Abchasien gereist. Sein Land hatte nach dem Krieg mit Georgien als einziges die einseitige Unabhängigkeitserklärung der abtrünnigen Region anerkannt – bisher folgte nur Nikaragua.

Putins Besuch ist der erste sei dem Konflikt, und er kommt mit großzügigen Versprechen: Schon bald soll konsequente Militär- und Wirtschaftshilfe fließen: Umgerechnet rund 350 Millionen Euro will Russland in den Verteidigungshaushalt Abchasiens pumpen. Damit soll “das abchasische Volk und der Aufbau eines unabhängigen abchasischen Staates unterstützt werden”. Hinzu kommen noch einmal über 50 Millionen Euro, mit denen Russland die Wirtschaft der Zwergregion mit ihren gerade einmal 250.000 Einwohnern ankurbeln will. Politisch und ökonomisch hängt Abchasien komplett am russischen Tropf: In Richtung Russland wird ein Großteil des abchsischen Weines transportiert, und es kommen immer mehr russische Besucher ins Land, so die Wirtschaftsministerin der Region, Kristina Ozgan. Allein der Tourismus beschere dem Land Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent jährlich. Aber gerade eine Touristenregion bracht wirtschaftliche Stabilität und die ist im Kaukasus unsicher: Das georgische Außenministerium verurteilt Putins Besuch nun scharf und auch die Konfliktherde des Nordkaukasus sind nicht weit.