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Lockerbie-Attantäter könnte vorzeitig entlassen werden

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Lockerbie-Attantäter könnte vorzeitig entlassen werden

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Der zu lebenslanger Haft verurteilte Lockerbie-Attentäter Abdel Bassit al-Megrahi soll nach Medienberichten vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Der 57jährige leidet an Prostatakrebs im Endstadium.

Verurteilt wurde der ehemalige libysche Geheimdienstmann für den Anschlag auf ein Flugzeug der Pan Am, das im Dezember 1988 über dem schottischen Lockerbie abstürzte, wobei 288 Menschen getötet wurden. Jim Swire, Sprecher der britischen Opfer begrüßt die humanitäre Geste. Der Mann solle deheim bei seiner Familie sterben dürfen. Er betont gleichzeitig, dass damit neuerliche Untersuchungen nicht berührt würden. Ein schottisches Gericht hatte im April ein neues Verfahren eröffnet wegen möglicher Hinweise auf einen Justizirrtum. Nachdem sich Libyen lange geweigert hatte, die Beschuldigten auszuliefern, brachte im März 1999 der damalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen. Gefunden wurde nach jahrelangen UN-Sanktionen ein historisch einmaliger Kompromiß. Der Prozeß wurde nach schottischem Recht unter extremen Sicherheitsvorkehrungen auf einem niederländischen Militärstützpunkt abgehalten. Er endete mit dem Urteil lebenslänglich für Magrahi, was de facto mindestens 27 Jahre bedeutete. Magrahi hat seine Schuld stets bestritten. Heute unterscheidet sich die Sichtweise der britischen und der amerikanischen Hinterbliebenen. Die Briten halten es inzwischen für möglich, dass der Iran hinter dem Anschlag steckt während die Amerikaner weiter von der Schuld der Libyer überzeugt sind.