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Wieder Gewalt bei Protesten in Honduras

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Wieder Gewalt bei Protesten in Honduras

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Auch Ramón Velásquez, der zweite Mann im Parlament, ist vor dem Volkszorn nicht sicher: Als ihn Anhänger des gestürzten honduranischen Präsidenten auf dem Weg in sein Büro entdecken, lassen sie ihre Wut an ihm aus.

Den zweiten Tag in Folge sind die Proteste gegen den Staatsstreich und gegen die neuen Machthaber in Gewalt umgeschlagen. Rund zehntausend Menschen hatten in der Hauptstadt Tegucigalpa erneut gegen den Sturz und die Vertreibung von Staatspräsident Manuel Zelaya protestiert. Einige hundert von ihnen gerieten in Handgemenge mit der Polizei, etliche wurden festgenommen. Die Machthaber sehen den Auslöser für die Proteste bei fremden Mächten: Er bitte das Volk um seine Mithilfe, sagt Übergangspräsident Roberto Micheletti. Von eingesickerten Ausländern spricht er, von Agenten fremder Regierungen, von verdächtigen Zusammenkünften – und davon, dass man wachsam sein müsse, um das zu verhindern. Zelaya wurde Ende Juni von der Armee gestürzt und aus dem Land geschafft. Er hatte Verfassungsänderungen angestrebt, die ihm bei der nächsten Wahl erlaubt hätten, noch einmal anzutreten.