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Frauen kandidieren in Afghanistan

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Frauen kandidieren in Afghanistan

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Am 20. August wird in Afghanistan ein neuer Präsident gewählt – oder eine Präsidentin: Neben 36 Männern bewerben sich auch zwei Frauen um das Amt, doch ohne Aussicht auf den Sieg.

Außerdem kandidieren mehr als dreihundert Frauen bei den Wahlen zu den Provinzversammlungen – insgesamt stehen mehr als dreitausend Kandidaten zur Wahl. Eine dieser Kandidatinnen sagt, Frauen hätten in Afghanistan praktisch keine Rechte. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen sei sehr groß: Ein Mann könne in Afghanistan sagen, was er wolle, aber die Stimme einer Frau werde immer unterdrückt. In einem Land, in dem viele Frauen nicht einmal ihr Gesicht zeigen, ist es gefährlich für die Kandidatinnen, Wahlkampf zu treiben. Um das Präsidentenamt bewerben trotzdem sich zwei Frauen: Shahla Atta und Frosan Fana. Sie wäre stolz, die Wahl zu gewinnen gegen so viel Widerstand, sagt Shahla Atta. Und sollte sie nicht gewinnen, würde sie ihre Kampagne fortsetzen, die auch ohne Wahlsieg ein Erfolg sei für die Frauen Afghanistans. Als Favorit der Präsidentenwahl gilt der Amtsinhaber Hamid Karsai. Die Wahl findet unter äußerst schwierigen Umständen statt.

Besonders im Süden und Osten des Landes tobt der Aufstant der radikal-islamischen Taliban. Sie haben zum Wahlboykott aufgerufen und bedrohen Wahlwillige.