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Schwerer Anschlag kurz vor Afghanistan-Wahl

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Schwerer Anschlag kurz vor Afghanistan-Wahl

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Wenige Tage vor der afghanischen Präsidentenwahl ist in der Hauptstadt Kabul ein schwerer Anschlag verübt worden. Zu dem Attentat haben sich die Aufständischen der radikal-islamischen Taliban bekannt.

Ein Selbstmordattentäter hatte sein Auto in die Luft gejagt. Die Explosion ereignete sich im Botschaftsviertel in der Stadtmitte, am Sitz der NATO-Schutztruppe ISAF. Die Hauptwucht traf aber das Verkehrsministerium. Nach Behördenangaben wurden mindestens sieben Menschen getötet und fast hundert verletzt. Ein ISAF-Sprecher bestätigte, dass auch ausländische Soldaten betroffen seien, nannte aber keine Einzelheiten. Dagegen spricht ein Vertreter des Verteidigungsministeriums von vier verletzten afghanischen Soldaten; alle anderen Opfer seien Zivilisten. Unter den Verwundeten sei auch eine Parlamentsabgeordnete. Die Präsidentenwahl sowie Regionalwahlen finden in fünf Tagen statt. In vielen Gegenden des Landes wird eine Abstimmung jedoch nicht möglich sein, weil dort die Taliban die Kontrolle haben. Sie haben zum Boykott aufgerufen, haben Anschläge auf Wahllokale angekündigt und bedrohen Wahlwillige. Mit dem Attentat mitten in der Hauptstadt, in einem schwer bewachten Viertel, haben sie ein deutliches Zeichen gesetzt.