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Schwerer Anschlag kurz vor Präsidentenwahl

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Schwerer Anschlag kurz vor Präsidentenwahl

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Wenige Tage vor der afghanischen Präsidentenwahl hat ein schwerer Anschlag die Hauptstadt Kabul erschüttert: Der Attentäter sprengte sich mit seinem Auto in die Luft – vor dem Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe ISAF in der massiv gesicherten Stadtmitte von Kabul. Mindestens sieben Menschen, afghanische Zivilisten, kamen ums Leben.

Dies gab das Verteidigungsministerium bekannt. Mehr als 90 Menschen seien verletzt worden, darunter vier ISAF-Soldaten aus Mazedonien sowie vier Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte und eine Parlaments-Abgeordnete.

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Ein Sprecher erklärte, mindestens 24 Ausländer seien getötet worden, doch gelten solche Angaben der Rebellen als sehr unzuverlässig.

Die Taliban wollen mit ihrer Aktion offenbar die kommenden Wahlen stören: Sie haben zum Boykott der Wahl aufgerufen und Anschläge auf Wahllokale angekündigt. Da die Aufständischen über weite Gebiete Afghanistans die Kontrolle ausüben, wird die Wahl des Präsidenten und der Regionalversammlungen nicht im ganzen Land stattfinden können.

Die Behörden haben begonnen, Wahlurnen in entlegene Dörfer zu bringen. 200 000 afghanische Sicherheitskräfte sowie etwa 100 000 ausländische Soldaten aus 42 Nationen sollen die Wahl absichern.