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Afghanistan-Wahl: Taliban wollen Wähler angreifen

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Afghanistan-Wahl: Taliban wollen Wähler angreifen

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Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan haben die Taliban gedroht, Wahllokale anzugreifen. Auf Flugblättern forderte die radikalislamische Organisation alle Bürger auf, der Wahl fernzubleiben. Die Drohung könnte sich negativ auf die Beteiligung auswirken. Jedes zehnte Wahllokal soll aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.
 
Erst gestern hatte ein Selbstmordattentäter in Kabul mindestens sieben afghanische Zivilisten mit in den Tod gerissen. Im schwer bewachten Zentrum der Hauptstadt sprengte er sich mit einem mit Spengstoff beladenen Auto vor dem Hauptquartier der internationalen ISAF-Truppen in die Luft. Dort befinden sich auch westliche Botschaften und der Amtssitz des Präsidenten.
 
Die Taliban beherrschten das Land Ende bis zum Einmarsch der NATO-Truppen 2001. Sie hatten bereits früher zum Boykott der Wahlen aufgerufen.
 
Die Kosten der Wahl am kommenden Donnerstag beziffern sich auf rund 160 Millionen Euro. Mit Eseln und Hubschraubern werden Stimmzettel und Stifte in entlegene Gebiete gebracht. Viele der 17 Millionen Wahlberechtigten können weder lesen noch schreiben oder haben Angst. 300.000 Soldaten und Polizisten sollen sie schützen.
 
Amtsinhaber Hamid Karsai liegt in Umfragen vorn. Es gilt jedoch als nicht unwahrscheinlich, dass auf ihn – und das Land – eine Stichwahl zukommt.