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Neuer Streit um neuen Ladenschluss

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Neuer Streit um neuen Ladenschluss

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In Frankreich können von diesem Sonntag an Kunden länger shoppen – manche, aber nicht alle, mancherorts aber nicht überall. Eröffnet aber ist im ganzen Land die Debatte um das Für und Wider der Sonntagsruhe.

Wo bisher etwa Souvenirläden Sonntags öffnen durften, gilt das künftig für alle Geschäfte. Lebensmittelmärkte müssen um 13 Uhr statt wie bisher um 12 Uhr schließen. Neu eingerichtet werden Sonderzonen, genannt PUCE, in Marseille, Paris und Lille, wo stark konsumiert wird. Doppelten Lohn, Überstunden oder Zuschläge können Angestellte für ihre Sonntagsarbeit aushandeln. In Tourismuszentren hingegen können bisher gewährte Sonderleistungen sogar wegfallen. “Großartig, dass die Läden geöffnet haben, wenn man nichts besseres zu tun hat”, meint ein Paristourist aus Kanada. Doch eine junge Französin ist dagegen: Es sei immer ein Recht gewesen, am Sonntag auszuspannen, sie gehe spazieren, nicht shoppen. Auch Menschen mit anderen Berufe arbeiten selbstverständlich am Sonntag, trotzdem hat eine Krankenschwester Mitleid: Was gut für den Konsumenten sei, könne Angestellte und deren Familien belasten. Die Angestellten demonstrierten bereits vor einem großen Pariser Kaufhaus. Sie fürchten, dass sie sich der Sonntagsarbeit kaum widersetzen können. Die oppositionellen Sozialisten verurteilen die Ungleichbehandlung gleicher Arbeit an unterschiedlichen Orten. Die Gewerkschaften kündigten Widerstand an.