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Anschläge und Informationssperre zur Wahlvorbereitung

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Anschläge und Informationssperre zur Wahlvorbereitung

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Kurz vor der Präsidentenwahl in Afghanistan spitzt sich die Lage weiter zu. Bei zwei Selbstmordanschlägen in der Hauptstadt Kabul sowie in der südlichen Provinz Urusgan kamen mindestens 17 Menschen ums Leben, darunter ein NATO-Soldat und zwei afghanische UN-Mitarbeiter. Unbekannte feuerten zudem zwei Raketen auf den Amtssitz von Präsident Hamid Karsai in Kabul. Im nordafghanischen Kundus wurden Bundeswehr-Soldaten erneut in ein Gefecht mit Aufständischen verwickelt.

Mit der neuerlichen Offensive verfolgen die Taliban ein klares Ziel: Sie wollen die Wahl sabotieren, wo immer das möglich ist. Dass die Regierung das Land kaum kontrolliert wollen sie der Weltöffentlichkeit zeigen und unter den Bürgern wollen Angst sähen, um sie von der Stimmabgabe abzuhalten. Die Regierung versucht dagegen die Wahlbeteiligung nun mit einer Informationssperre in die Höhe zu treiben: Einheimische wie internationale Medien sollen am Wahltag nicht über Gewalttaten berichten, wer sich dem widersetzt, dem drohen Strafen. Zur Wahlvorbereitung gehört auch die Verstärkung der internationalen Truppen. Die Soldaten versuchen, in den Dörfern die Wahllokale zu kontrollieren. Manchmal wird ihnen der Zutritt gewährt, oft aber müssen sie unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil – so ein französischer Leutnant – die Leute wissen, dass sich Taliban-Kämpfer in der Gegend vestecken und weil sie Angst haben, gemeinsam mit den Soldaten gesehen zu werden. Am Wahltag werden sich die Soldaten von den Abstimmungsorten fernhalten, um den Eindruck zu vermeiden, sie wollten das Ergebnis beeinflussen. Beobachter befürchten aber, dass die Taliban die Wahllokale angreifen könnten.