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Ban würdigt toten Kim Dae Jung als Leitfigur

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Ban würdigt toten Kim Dae Jung als Leitfigur

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In Seoul haben die Menschen Abschied von Kim Dae Jung genommen. Der frühere südkoreanische Präsident war im Krankenhaus an Herzversagen gestorben. Kims genaues Alter ist nicht bekannt. Er wurde 83, vielleicht auch 85 Jahre alt.

Vom politisch Verfolgten wurde Kim zum politischen Führer: Unter der Militärdiktatur lebte Kim im Exil, wurde verschleppt, verurteilt, inhaftiert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte seinen Lanndsmann als Leitfigur. Als Vorkämpfer für Demokratie und den Dialog mit dem Norden wird er den Koreanern im Gedächtnis bleiben. “Er war begnadet, so alt zu werden und in Frieden zu sterben. Aber für uns Koreaner ist das sehr traurig, wie haben einen kompetenten Führer verloren, jetzt sorge ich mich um die Zukunft des Landes. Es ist eine Tragödie”, sagt ein Mann. “Ich bin deprimiert. Er hat die Demokratie in Südkorea aufgebaut, ich fühle mich schrecklich!”, so eine Frau in Soeu. Kim war 1998 der erste südkoreanische Staatschef, der die Macht als Oppositionsführer übernahm. Drei Jahre darauf streckte er als erster südkoreanischer Präsident der Führung des kommunistischen Nordens die Hand aus. Wissen über Pjöngjangs Atomprogramm soll Kim jedoch nicht geteilt haben. Seine ‘Sonnenscheinpolitik’ war inspiriert von der Ostpolitik Willy Brandts. Im Jahr 2000 erhielt Kim Dae Jung für seine Annäherung an Pjöngjang den Friedensnobelpreis.