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Afghanistan. Lage wird kritischer

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Afghanistan. Lage wird kritischer

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In Afghanistan spitzt sich kurz vor der Präsidentenwahl die Lage weiter zu. Bei zwei Selbstmordanschlägen in Kabul und in der südlichen Provinz Urusgan kamen mindestens 17 Menschen ums Leben. Mehr als 50 wurden verletzt. Die Bundeswehr wurde im nordafghanischen Kundus wieder in Gefechte verwickelt. Einschätzungen eines Anwohners. Er sagte: “ Es sind immer weniger auf den Straßen. Doch einige wollen bestimmt zur Wahl gehen. Viele haben wegen der Anschläge Angst und werden zu Hause bleiben.”

Kabul verwandelt sich zunehmend in einen Hochsicherheitstrakt, während sich die Internationalen Truppen aus der Hauptstadt zurückziehen, um den Eindruck einer Besatzung nicht aufkommen zu lassen. US-Brigadegeneral Eric Tremblay meint: “Es war klar und vorhersehbar, dass kurz vor der Wahl die Aktionen der Rebellen stärker werden.” Während die Wahlvorbereitungen weiter auf Hochtouren laufen hat der Kommandeur der internationalen Afghanistan-Truppen, US-General Stanley McChrystal in Kabul eingeräumt, dass die Taliban derzeit so stark wie nie seit dem Sturz ihres Regimes Ende 2001 seien. Die Angriffe der Taliban werden immer härter. Sie treffen allerdings zunehmend die Zivilbevölkerung, während sie zuvor sich gegen die ausländischen Truppen richtete. Vor allem Familien mit Kindern leiden unter den Selbstmordanschlägen und Bombenattentaten.