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Weiterer Toter in russischem Kraftwerk geborgen

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Weiterer Toter in russischem Kraftwerk geborgen

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Die ersten Opfer des Wasserkraftwerks-Unfalls in Russland sind zu Grabe getragen worden. 14 Tote sind es inzwischen, die aus den Trümmern der Anlage geborgen wurden, 62 Arbeiter werden weiterhin vermisst.

Vor Russlands größtem Wasserkraftwerk sammelten sich die Schaulustigen. Im ersten Schock nach dem Unfall im Montag hatten die Anwohner sich noch in höher gelegene Regionen in Sicherheit gebracht: “Da ist wirklich Panik ausgebrochen, große Panik. Man konnte nicht mehr tanken, vor den Tankstellen stand man stundenlang Schlange. Alle Geschäfte hatten geschlossen, alles in Abakan, der Stadt in der Nähe, hat nach dem Unfall zugemacht”, erzählt einer von ihnen. Zur Unglücksursache, die am Montag zur Zerstörung einer Turbine und der Überflutung des Maschinenraums führte, gibt es weiterhin verschiedene Thesen. An diesem Mittwoch wurde mit dem Abpumpen des Wassers begonnen. Taucher und Tauchroboter suchten weiter nach möglichen Überlebenden, die sich luftgefüllte Hohlräume gerettet haben könnten. Bei den Angehörigen machte sich unterdessen Wut über unzureichende Informationen breit. Auch über mangelnde Investitionen und Instandhaltung der Anlage wird geklagt – bei Inbetriebnahme Ende der siebziger Jahre war sie der Stolz der Sowjetunion. Auf dem Fluss Jenissei hat sich nach der Havarie ein kilometerlanger Ölteppich gebildet, der die Flora und Fauna bedroht. Manche vergleichen die Katastrophe bereits mit dem Unfall von Tschernobyl.