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Falsche Kunden für französischen Minister

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Falsche Kunden für französischen Minister

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Die französische Regierung hatte eine gute Idee, die Supermarktkette Hypermarché eine bessere und die Presse hat eine schöne Sommerlochgeschichte.

Am Montagmorgen wollte Bildungsminister Luc Chatel die Aktion “Das Wichtigste zum Schulanfang” unter die Lupe nehmen – und traf auf bestens informierte Kunden. Jetzt hat Hypermarché zugegeben: Das waren Mitarbeiter. Der Minister ist empört: “Ich kann ihnen versichern: Ich wusste nichts davon. Und es schockiert mich, denn es stellt meine Ehrlichkeit in Frage.” Empört ist der Minister auch über die Medien. Die hatten auch Chatels konservative UMP hinter dem Theater vermutet. Und so ähnlich sieht das auch der sozialistische Oppositions-Abgeordnete Pierre Moscovici: “Ich kann kaum glauben, dass ein Minister, noch dazu ein so erfahrener, so reingelegt werden konnte. Er muss die Wahrheit ans Licht bringen. Dahinter steht nicht nur eine Supermarktkette, dahinter steht auch seine Partei, die UMP.” Bei der Regierungsaktion sollen Schulhefte, Kleber, Stifte zum Vorjahrespreis verkauft werden. Die blonde Mutter etwa, mit der Chatel sprach, fuhr dafür 50 Kilometer weit. Sie ist Lokalpolitikerin. Und mit dem Minister waren die falschen Kunden auch wieder verschwunden.