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Freilassung des Lockerbie-Attentäters erwartet

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Freilassung des Lockerbie-Attentäters erwartet

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Die schottische Regierung gibt an diesem Nachmittag bekannt, ob sie den Lockerbie-Attentäter vorzeitig freilässt. Es wird erwartet, dass der krebskranke Libyer Abdel Bassit al-Megrahi begnadigt wird und zum Sterben pünktlich vor Beginn des Ramadan in seine Heimat zurückkehren kann.

Der 57-Jährige sitzt in Schottland wegen des Lockerbie-Anschlags eine lebenslange Haftstrafe ab. Er hat um Begnadigung ober Überstellung nach Libyen gebeten. Die Mehrzahl der Opfer des Anschlags waren Amerikaner. Viele Hinterbliebene und auch die US-Außenministerin und US-Senatoren haben gegen eine vorzeitige Entlassung Al-Megrahis protestiert. Der Bruder eines amerikanischen Todesopfers schimpft: “Da war ein guter Mensch, ein guter Vater, dessen Leben sinnlos genommen wurde – von einem Feigling. Und dieser Feigling bekommt jetzt die Möglichkeit, nach Hause in den Kreis seiner Angehörigen zu gehen. Da läuft wirklich etwas falsch. Dass die Außenministerin sagt, sie hätte dagegen Protest eingelegt, und dass Mitglieder der Regierung das behaupten… Eins habe ich in 21 Jahren, in denen ich mit der Regierung zu tun hatte, gelernt: Wenn die USA in ihrem Verhältnis zu Großbritannien etwas nicht wollen, dann wird das auch nicht gemacht. Also verkaufen Sie mich nicht für dumm.” 270 Menschen waren 1988 bei dem Bombenanschlag auf eine PanAm-Maschine ums Leben gekommen – alle Insassen und elf Bewohner der schottischen Ortschaft Lockerbie, auf die das Flugzeug stürzte. Al-Megrahi wurde als einziger Verdächtiger verurteilt. Doch wurden die Beweise, die dem Urteil zugrunde lagen, mehrfach angezweifelt.