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Lockerbie-Attentäter zum Sterben freigelassen

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Lockerbie-Attentäter zum Sterben freigelassen

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Der todkranke Lockerbie-Attentäter ist aus dem Gefängnis enrlassen worden. Der schottische Justizminister Kenny MacAskill begnadigte den Libyer Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi, weil dieser an Prostatakrebs im Endstadium leidet. Unmittelbar nach der Begnadigung wurde al-Megrahi von Glasgow nach Libyen ausgeflogen.

MacAskill betonte, er habe seine Entscheidung nach Recht und Gesetz gefällt. Sie entspreche schottischer Rechtspraxis: “Mr al-Megrahi hat kein Mitgefühl für seine Opfer gezeigt und ihnen nicht erlaubt, an den Busen ihrer Familien zurückzukehren, um ihr Leben zu leben. Er hat kein Mitgefühl gezeigt, aber das darf kein Grund für uns sein, ihm und seiner Familie in seinen letzten Tagen Mitgefühl zu versagen”, verteidigte MacAskill seine Entscheidung. Angehörige der Opfer sind über seine Begnadigung verärgert: “Die US-Außenministerin sagt, sie habe protestiert. In 21 Jahren habe ich gelernt, wenn die in ihren Beziehungen zu Großbritannien die US-Regierung etwas “nicht wünscht”, dann passiert das auch nicht. Verkaufen sie mich nicht für dumm”, meint Bert Ammermann, dessen Bruder sich an Bord der PanAm-Maschine befand. Der 57 Jahre alte Libyer war 2001 wegen des Anschlags auf eine Maschine der US-Fluggesellschaft PanAm über dem schottischen Ort Lockerbie zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei dem Anschlag wurden 270 Menschen getötet, darunter 189 Amerikaner. Al-Megrahi war der Einzige, der für das Attentat verurteilt wurde. An seiner Schuld hat es stets Zweifel gegeben. So gibt es Vermutungen, Lockerbie sei eine Vergeltung für den Abschuss eines iranischen Airbus durch ein US-Kriegsschiff.