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Vergleich: UBS übergibt USA Kundendaten

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Vergleich: UBS übergibt USA Kundendaten

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Nach dem Vergleich mit den US-Steuerbehörden kann die Schweizer Großbank UBS aufatmen. Das Institut muss knapp viereinhalbtausend Kundendaten offenlegen. Im Gegenzug verzichten die USA auf eine Zivilklage vor einem amerikanischen Gericht. Eine Geldbuße bleibt der angeschlagenen UBS erspart.

Schaden hingegen nimmt das ohnehin in die Kritik geratene Schweizer Bankgeheimnis, Außenministerin Micheline Calmy-Rey ist dennoch erleichtert: “Dies ist ein gutes Abkommen, es wahrt Schweizer Interessen. Die Verhandlungen waren schwierig, aber geprägt von den ausgezeichneten bilateralen Beziehungen, die wir mit den Vereinigten Staaten haben.” Ursprünglich wollten die USA an zehn Mal so viele UBS-Kundendaten, weil sie Fälle von Steuerhinerziehung vermuteten. Für den Jurist John Coffee von der Columbia Law School ist das Abkommen trotz des Teilerfolgs für die Bank auch ein Sieg für die US-Steuerbehörden: “Dies ist wahrscheinlich das Ende der Rolle der UBS als Haupt-Vehikel für Steuervermeidung von Amerikanern, die Vermögen im Ausland anlegen können.” Schätzungen zufolge liegen auf den 4450 betroffenen Konten knapp 20 Milliarden US-Dollar. Die Kunden werden informiert und können Einspruch einlegen. Außerdem will sich die Schweiz komplett aus der UBS zurückziehen. Die Eidgenossenschaft hält im Moment 9 Prozent an der Bank.