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Empörung über Geschlechtstest

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Empörung über Geschlechtstest

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Für Empörung sorgt in Südafrika der Geschlechtest, dem sich die Läuferin Caster Semenya bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin unterziehen musste. Die 18-Jährige hatte am Mittwoch den WM-Titel über 800 Meter in Weltjahresbestzeit gewonnen. Wegen der tiefen Stimme, ihres muskulösen Körperbaus und ihrer erstaunlichen Leistungssteigerung ordnete der Internationale Leichtathletikverband einen Geschlechtst an, das Ergebnis soll innerhalb einer Woche vorliegen.

Semenyas Vater sagt, seine Tochter habe die Physis eines Mannes. Wie man sehe, sei sie gebaut wie er, das habe er zunächst auch schwer akzeptieren können. Er habe das nicht gemocht und sei nicht glücklich darüber gewesen. Doch was jetzt geschehe, beleidige ihn und seine Kultur. Damit sei er nicht zufrieden. Verwandte und Freunde verweisen auf Semenyas Geburtsurkunde. Für sie liegt der Fall klar. Das sei Neid, weil sie gewinne, sagt eine Nachbarin. Das sei eine Lüge, sagt ihre Kusine, Caster sei ein Mädchen und darauf sei sie stolz. Demonstrativ gratulierte nun auch das südafrikanische Frauenministerium der Athletin. Glückwünsche kamen auch von ihrer Universität in der Hauptstadt Pretoria, wo Caster Semenya Sportwissenschaften studiert. Darin ist ausdrücklich von einer brillanten “Sportsfrau” die Rede.