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Katastrophal niedrige Wahlbeteiligung in Afghanistan

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Katastrophal niedrige Wahlbeteiligung in Afghanistan

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Nach der Wahl in Afghanistan haben die beiden wichtigsten Kandidaten den Sieg für sich beansprucht. Der Wahlkampfleiter des amtierenden Präsidenten Hamid Karsai sagte am Freitag, man habe genügend Stimmen erhalten, ein zweiter Wahlgang sei nicht nötig. Das gehe aus den Daten hervor, die das Wahlkampfteam von den eigenen Beobachtern bei der Stimmenauszählung in den Wahllokalen sowie aus den Wahlkampfbüros erhalten habe. Karsai war als Favorit ins Rennen gegangen.

Karsais wichtigster Herausforderer, der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah, beansprucht nicht nurebenfalls den Sieg für sich, er sieht auch schon Wahlbetrug: “Es hat ettliche Unregelmäßigkeiten gegeben, die man hätte verhindern müssen. Es gibt einige Meldungen über Betrugsversuche”, klagt Abdullah. Wie aus Kreisen der Internationalen Wahlbeobachter verlautet, war die Wahlbeteiligung katastrophal. In den südafghanischen Hochburgen der Taliban, gaben offenbar nur 5 bis 15 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die Taliban hatten zum Wahlboykott aufgerufen und Wählern Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Afghanistanweit dürfte die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent gelegen haben. Vor 5 Jahren waren es noch 70 Prozent.