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Schweiz entschuldigt sich bei Libyen

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Schweiz entschuldigt sich bei Libyen

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Gut ein Jahr nach ihrem schweren Zerwürfnis haben sich die Schweiz und Libyen darauf verständigt, die Krise beizulegen. Der Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz flog nach Tripolis, um sich bei Libyen offiziell für die Verhaftung eines Sohnes von Staatschef Muammar al Gaddafi zu entschuldigen.

Hannibal Gaddafi und seine schwangere Frau sollen im Juli vergangenen Jahres in Genf zwei Hausangestellte misshandelt haben. Sie saßen zwei Tage in Untersuchungshaft und wurden auf Kaution freigelassen. Libyen hatte eine Entschuldigung gefordert. Als die Schweiz auf die Unabhängigkeit ihrer Justiz verwies, stoppte Tripolis Öllieferungen, verbannte Schweizer Firmen und zog geschätzte fünf Milliarden Euro von Schweizer Banken ab. “Anfangs gab es nur eine Bedingung: Dass die Affäre beigelegt wird”, erinnert der Genfer Orientexperte Hasni Abidi. Aber danach habe Libyen weitere Forderungen gestellt, an gutem Willen habe es gemangelt. Künftig wollen beide Länder auch wieder Visa austellen. Außerdem sollen zwei Schweizer Geschäftsleute ausreisen dürfen, die seit der Affäre in Libyen festsitzen. Vor ein paar Wochen fasste die Berner Justizministerin den Konflikt so zusammen: Für die Schweiz war es eine Frage des Rechtsstaats. Für Libyen aber ging es um die Ehre.