Eilmeldung

Eilmeldung

Ramadan in schwierigen Zeiten

Sie lesen gerade:

Ramadan in schwierigen Zeiten

Schriftgrösse Aa Aa

Ramadan in Ramallah. Für mehr als eine Milliarde Muslime hat der heilige Fastenmonat begonnen – bei Temperaturen um die 30 Grad. Tagsüber kein Wasser, das macht es in diesem Jahr besonders schwer, sich an die Fastenregeln zu halten. Der Ramadan verschiebt sich jedes Jahr um zwei Wochen, in diesem Jahr liegt er in der Sommerzeit.

Doch die Palästinenser haben andere Probleme. Ein Palästinenser in Gaza gab zu bedenken, in diesem Jahr habe der Ramadan begonnen, und die meisten seiner Landsleute lebten in Trauer und Elend. 70 Prozent hätten keine Arbeit, mehr als 80 Prozent der Palästinenser lebten in Armut. Gleichzeitig seien Rohstoffe teuer und unerschwinglich. Auch im größten islamischen Land, Indonesien, haben die Menschen andere Sorgen.

Nach Anschlägen mit mehreren Todesopfern ist es vor allem die Angst vor dem Terror, der vielen Muslimen den heiligen Monat verdirbt: “Ich hoffe, diese Terroristen lernen in diesem Monat etwas über den Islam”, sagte eine Passantin in Jakarta, “ich glaube, wenn sie wüssten, was der Islam ist, dann gäbe es keinen Terror.” Die Wirtschaftskrise und der neue Virus A-H1N1 lassen auch die Zahl der Reisenden nach Mekka sinken. Die Preise sind um 25 Prozent eingebrochen, vor Ort befürchtet man einen Umsatzrückgang von bis zu 70 Prozent. Wie der Ramadan ist auch die Pilgerfahrt nach Mekka eine der fünf Säulen des Islams.