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Weiter Streit um Megrahi-Begnadigung

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Weiter Streit um Megrahi-Begnadigung

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In seiner Heimat Libyen ist Abdel Basset Megrahi ein gefeierter Mann; andere sehen seine Begnadigung nun erst recht kritisch.

Einen Tag nach seiner Rückkehr ist der Lockerbie-Attentäter jetzt von Muammar Gaddafi empfangen worden. Der De-facto-Staatschef lobte dabei den Mut der schottischen Regierung, die den todkranken Megrahi freigegeben hatte. Der Gaddafi-Sohn Seif, der Megrahi auf dem Flug begleitete, zieht nun eine Verbindung zwischen der Freilassung und britisch-libyschen Wirtschaftsabkommen. Bei allen Verträgen über Erdöl und Erdgas habe der Fall mit auf dem Tisch gelegen, sagt er. Die britische Regierung bestreitet das. Allerdings ist das einstmals geächtete Libyen für den Westen zum gefragten Partner geworden. Seit das Land den Massenvernichtungswaffen abgeschworen hat, ist Gaddafi regelmäßig mit den Großen dieser Welt zu sehen. Auch zur Wiedergutmachung nach dem Anschlag von Lockerbie hat sich Libyen verpflichtet. Über dem schottischen Ort explodierte 1988 ein amerikanischer Jumbojet; 270 Menschen starben. Megrahi wurde 2001 zu Lebenslang verurteilt, jetzt aber in einer umstrittenen Entscheidung wegen seiner unheilbaren Krebserkrankung begnadigt.