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Boykottdrohungen wegen Lockerbie-Begnadigung

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Boykottdrohungen wegen Lockerbie-Begnadigung

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Nach der umstrittenen Begnadigung des Lockerbie-Attentäters haben die USA Libyen zur Zurückhaltung aufgefordert. Öffentlicher Triumph – wie bei der Landung am vergangenen Donnerstag in Tripolis – belaste die Beziehungen, so ein Sprecher des Außenministeriums.

In einer Sondersitzung des schottischen Parlaments wies Schottlands Justizminister Kenny MacAskill Vorwürfe zurück, bei der Begnadigung des krebskranken Abdel Bassit al-Megrahi hätten wirtschaftliche Interessen eine Rolle gespielt. Britische Konzerne wollen in Libyen nach Öl bohren. Hinterbliebene der überwiegend amerikanischen Opfer riefen zum Boykott Schottlands auf. Auch dort gibt es Kritik: Angst vor einem Boykott habe er zwar nicht, so ein Mann, aber es sei richtig, seinen Unmut zu äußern. Und auch ein anderer Passant ist nicht glücklich über die Entscheidung des Justizministers, einen “blutrünstigen Kriminellen” freizulassen, der so viele Menschen getötet habe. Libyens Staatschef Muammar al Gaddafi, der al-Megrahi nach dessen Rückkehr besuchte, hatte 2003 den Angehörigen der 270 Opfer des Anschlags von 1988 Entschädigungen zugesagt. Unter anderem deswegen hatten die USA ein Embargo gegen Libyen aufgehoben.