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Flüchtlingsstreit zwischen Italien und Malta

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Flüchtlingsstreit zwischen Italien und Malta

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Vor der italienischen Insel Lampedusa sind erneut afrikanische Bootsflüchtlinge aufgegriffen worden – und dies hat Italiens Spannungen mit Malta verschärft. Denn einige der 57 illegalen Einwanderer in dem überladenen Boot trugen laut italienischen Behörden maltesische Rettungswesten – ähnlich wie schon bei einem Flüchtlingsdrama in der vergangenen Woche.

Am vergangenen Donnerstag waren fünf völlig entkräftete Eriträer nach ihrer Überfahrt von Libyen durch maltesische Gewässer von der italienischen Küstenwache gerettet worden, laut ihren Aussagen starben mehr als siebzig Landsleute auf der Fahrt. Die maltesische Marine soll sie mit Lebensmitteln und Rettungswesten versorgt haben. Malta rechtfertigt sich gegen Italiens Kritik, dass die Flüchtlinge unbedingt weiter nach Italien wollten. Nun ermittelt die italienische Justiz wegen unterlassener Hilfeleistung: “Wir werden eine Untersuchung durchführen, um zu klären, ob italienische oder maltesische Flugzeuge oder Schiffe es versäumten, die nötige Hilfe zu leisten”, erklärt einer der zuständigen Richter. Italien wirft Malta vor, nicht genügend gegen den illegalen Migrantenstrom zu tun, und fordert mehr Unterstützung seitens der Europäischen Union. Der schwedische EU-Ratsvorsitz hat für Oktober neue Vorschläge zur Migrationspolitik angekündigt.