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Anschlag auf slowakische Botschaft in Ungarn

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Anschlag auf slowakische Botschaft in Ungarn

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Die slowakische Botschaft in Budapest ist in der Nacht zu diesem Mittwoch mit Molotow-Cocktails angegriffen worden. Sach- oder Personenschaden entstand dabei nicht, politisch allerdings verschärft dies die Schwierigkeiten, die derzeit zwischen beiden Ländern herrschen – auch wenn beide Außenministerien die Tat verurteilten.

Der jüngste Streitpunkt war der geplante private Besuch des ungarischen Präsidenten Laszlo Solyom am vergangenen Freitag in der Slowakei, den er wegen der Proteste von oberster slowakischer Seite kurzfristig an der Grenze abbrach. Solyom wollte in der slowakischen Grenzstadt Komarno, die auf ungarischer Seite ihre Zwillingsstadt Komarom hat, ein Reiterstandbild des ungarischen Königs und Nationalheiligen Stephan einweihen. König Stephan hatte vor mehr als tausend Jahren den ersten ungarischen Staat gegründet. Doch fiel der Termin auf den Jahrestag der Warschauer-Pakt-Invasion von 1968 in der Tschechoslowakei, an der sich auch Ungarn beteiligt hatte. Die slowakische Führung hatte den Besuch des ungarischen Präsidenten an diesem Tag deshalb als Provokation und unerwünscht bezeichnet. Sie gab außerdem Sicherheitsprobleme wegen angekündigter Proteste zu Bedenken.