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Bauherren und Brandstifter

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Bauherren und Brandstifter

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Wo Wald stand, stehen oft Häuser. Illegal errichtet, nachträglich legalisiert. Wenn die Regierung verspricht, wo Wald stand, werde wieder Wald wachsen, dann wäre Das ein Abweichen von einer brandgefährlichen Politik.

Themis Krasia ist Bauunternehmer und weiß, wie es läuft. Er sagt, er inspiziere die Schäden. Und er weiß: Der Wald ist durch die Verfassung geschützt. Ohne Brand kein Bau. “Man weiß, wo es brennen wird. Dann muss man schnell bauen, bevor wieder Bäume gepflanzt werden.” Soeben schufen wenige Tage Feuer etwa 213 Millionen Quadratmeter Bauland. Der Wald ist durch die Verfassung geschützt, aber selten durch Vorsichtsmaßnahmen. Natürlich sind auch Hitze und Trockenheit schuld. Etwa jeder zweite Brand aber wurde gelegt. Spiros Kovelis ist Abgeordneter der oppositionellen Sozialisten. Nie würden illegale Bauten wieder abgerissen, sagt er. Und er erklärt: “Tausend Quadratmeter Wald haben kaum einen Wert. Tausend Quadratmeter Land, auf denen man 600, vielleicht 800 Quadratmeter Wohnfläche bauen kann, haben einen enormen Wert.” Vor allem Athen wächst unaufhörlich. Die Politik schaut weg – oder nicht: Griechischen Forschern zufolge verbrannte seit den 50er Jahren die Hälfte des seitdem zerstörten Waldes vor Wahlen. Und eine neue Regierung beschloss nicht selten eine neue Amnistie.