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Edward Kennedy - ein Leben in der Pflicht für Familie und Land

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Edward Kennedy - ein Leben in der Pflicht für Familie und Land

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Vater Joseph Kennedy, selbst Senator, hatte mit seinen Söhnen Großes vor. Klug sollten sie werden und durchsetzungsstark, einmal den Weg Amerikas bestimmen. John Fitzgerald Kennedy, Senator von Massachusetts, wurde mit 43 Jahren einer der jüngsten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ein Politiker, der die Amerikaner geradezu verzauberte mit seiner schönen Frau, den netten Kindern – und der viele mitriß in seinem Bestreben, das Land liberaler, offener zu machen.

Nur tausend Tage blieben ihm dafür. Das Land hielt den Atem an, als den Präsidenten im November 1963 in Dallas die Kugeln eines Attentäters trafen. Unvergessen die Bilder der Trauer, die junge Witwe mit den kleinen Kindern. In der Familie Kennedy verstand es sich von selbst, dass die Brüder das Werk des Ermordeten fortführten. Der Biograph von Ted berichtet von dessen enger Verbundenheit mit dem älteren Bruder. Jack war für ihn ein Vorbild. Ted führte gerade im Senat den Vorsitz, als die Todesnachricht kam, die ihn geradezu aus der Bahn warf. Vier Brüder waren sie einst, jung, auf dem Wege zum Erfolg. Joseph, der Älteste, fiel als Pilot im II.Weltkrieg. John F. der zweite, wurde als amtierender Präsident ermordet. Da war Ted 31. Als Bruder Robert 1968 mit besten Aussichten in seinen Präsidentschaftswahlkampf zog, befürchtete Ted das Schlimmste. “Er befürchtete eine Mordanschlag”, berichtet der Biograph Adan Clymer. “Und als Robert dann tatsächlich ermordet wurde, fiel Ted in eine tiefe Depression. Er brauchte Monate, ehe er seine Arbeit im Senat fortsetzen konnte.” Und das Präsidentenamt? Als er 1980 die Kandidatur wagte, holte ihn eine böse Geschichte aus dem Jahr 1969 ein, ein tödlicher Unfall, für den er wegen Fahrerflucht verurteilt worden war. 29 Jahre später spricht der Biograph vom “Ende der Kennedy-Ära”. Er sieht aber keinen Grund, weshalb es auch für die Demokratischen Partei das Ende einer Ära sein sollte, die von seinen Werten wesentlich mitgeprägt worden war. Manche sprechen auch vom “Fluch”, der auf den Kennedys lastet. Tödliche Unfälle, Krankheiten, Drogenprobleme. Theoretisch wäre da nur noch Caroline, die Tochter von John F. Onkel Ted versuchte sie für eine Senatskarriere zu interessieren. Nach wenigen, wenig erfolgreichen, öffentlichen Auftritten sagte sie ab.