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Trauerfeierlichkeiten für Schiitenführer al-Hakim

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Trauerfeierlichkeiten für Schiitenführer al-Hakim

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Im Iran haben die Trauerfeierlichkeiten für Abdul Asis al-Hakim begonnen. Der irakische Schiitenführer war nach langer Krankheit am Mittwoch in einer Teheraner Klinik gestorben.

Abdul Asis al-Hakim war Parteichef des Hohen Irakischen Islamischen Rates (SIIC), der größten Partei des Landes. Ein Parteimitglied schildert die Stimmung: “Sein Tod macht die politische Lage nicht einfacher. Er war eine einflussreiche Figur in der politischen Szene des Irak. Möglich, dass sein Tod negative Folgen für den politischen Prozess hat – aber ich hoffe, dass Gott uns einen Ausgleich schickt.” Der Hohe Irakische Islamische Rat gehört auch der gegenwärtigen Regierungskoalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki an. Als neuer starker Mann in der Partei gilt der Sohn des Verstorbenen, der 38-jährige Ammar al-Hakim. De facto führt er seit zwei Jahren die Partei. Abdul Asis al-Hakim soll im Irak in der heiligen Stadt Najaf beigesetzt werden. Er hatte mit seiner Partei für eine autonome Schiiten-Region im Süd- und Mittelirak gekämpft. Während des Regimes von Saddam Hussein hatte er mit der Familie im iranischen Exil gelebt und war nach der US-Invasion im Irak 2003 vorübergehend in sein Heimatland zurückgekehrt. Sohn Ammar al-Hakim gilt als eher undogmatisch und sich sozial engagiert – die Partei tritt heute für eine pluralistische Gesellschaft und einen demokratischen Staat ein. Die Familie al-Hakim ist eine von zwei großen schiitischen Dynastien des Irak, die seit Generationen führende Geistliche hervorbringen. Unter Saddam Hussein waren in der oppositionellen Familie sieben Onkel von Ammar al-Hakim umgebracht worden, eine Tante und 62 weitere Verwandte vom kleinen Kind bis zum Greis.