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EU unterstützt inhaftierten kubanischen Dissidenten

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EU unterstützt inhaftierten kubanischen Dissidenten

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Mit hohem Besuch hat sich die EU in den Fall eines Dissidenten in Kuba eingeschaltet: Auf Initiative des schwedischen Ratsvorsitzes haben Diplomaten aus fünf EU-Staaten – Schweden, Deutschland, Großbritannien, Polen und Ungarn – die Frau des 39-Jährigen Arztes Darsi Ferrer besucht. Der Regimekritiker ist seit dem 21. Juli in Haft – offiziell, weil er sich illegal zwei Säcke Zement für Reparaturen beschafft haben soll.

“Er ist doch nicht wegen zweier Säcke Zement eingesperrt worden. Tatsache ist, dass ein normaler Bürger gerade mal eine Geldbuße für dieses Delikt zahlen müsste. Er aber ist im Gefängnis, weil er schlicht einen Traum hatte, weil er träumen wollte”, hält seine Frau dagegen. Seine Unterstützer argwöhnen, dass Ferrer schlicht mundtot gemacht werden soll. Wegen der Festnahme zahlreicher Dissidenten hatte die EU jahrelang ihre Beziehungen zu Kuba auf Sparflamme gehalten und erst vergangenes Jahr wieder aufgenommen. Die EU-Diplomaten wollen in Ferrers Fall ein “Zeichen der Solidarität” setzen: “Es ist eine Weise, unser Interesse an diesem Fall zu bekunden, und zu zeigen, dass er schnell geklärt werden sollte”, so der Stellvertreter des schwedischen Botschafters, der sich ebenfalls bei Ferrers Frau einfand. Ferrer hatte jährlich zum Tag der Menschenrechte im Dezember in Havanna kleine Demonstrationen organisiert, die von regierungstreuen Kubanern bekämpft wurden. Er soll vorgehabt haben, künftig regelmäßig einen Protestspaziergang zu organisieren.