Eilmeldung

Eilmeldung

Hintergrund zum UNASUR-Gipfel: Der Streit zwischen Venezuela und Kolumbien

Sie lesen gerade:

Hintergrund zum UNASUR-Gipfel: Der Streit zwischen Venezuela und Kolumbien

Schriftgrösse Aa Aa

Wie auf Bestellung tauchte am Sonntag ein von manchen schon abgeschriebener Akteur auf der lateinamerikanischen Bühne wieder auf.

Fidel Castro, sichtlich erholt, sprach mit Studenten aus Venezuela. Wohl kaum zufällig erinnerte er an den US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba, um dann seinen Freund Hugo Chávez mit dem Hinweis zu unterstützen, Länder mit US-Stützpunkten könnten nicht frei sein. Ihre Souveränität werde niedergetrampelt. Lateinamerika hat sich in den letzten Jahren nicht eben zur Freude der USA weit nach links bewegt. Kolumbien ist der einzig unerschütterliche Verbündete Washingtons geblieben. Interessant ist dabei, dass die Militärausgaben auf dem Sub-Kontinent innerhalb eines Jahrzehnts um 50 Prozent gestiegen sind. Wobei die Länder dafür unterschiedliche Gründe haben. Venezuela – mit der dank Öleinnahmen bestgefüllten Brieftasche – kauft bevorzugt in Russland und China ein. Nicht eben zur Entspannung tragen die stark ideologisch gefärbten rhetorischen Seitenhiebe von Hugo Chávez bei, der Kolumbien schon einmal verdächtigt hat, Venezuela okkupieren zu wollen. Der von Chávez so gescholtene Präsident Kolumbiens braucht die USA als starken Partner. Allein wird Alvaro Uribe weder mit den Drogenkartellen noch mit den Geiselnehmern von der FARC fertig. Und dann strebt Uribe ja auch noch eine dritte Amtszeit an – für ihn alles gute Gründe, sich Rückhalt in Washington zu suchen. Kampf gegen Drogen und Terrorismus heisst das Band, das Kolumbien mit den USA verbindet. Wobei der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschussen im Senat von Bogotá, der den Vertrag über die Stützpunkte wesentlich mit ausgearbeitet hat, auch von der “Notwendigkeit einer gut gerüsteten Verteidigungskraft für den Fall eines bewaffneten Konfliktes” spricht. Wen er dabei wohl im Auge hat? Wer heute durch Bogotá spaziert, bekommt einen dezenten Hinweis von vielen groß-formatigen Plakaten, auf denen die Präsidenten von Venezuela und Ecuador aufgefordert werden, die Augen zu öffnen.