Eilmeldung

Eilmeldung

Island verabschiedet Icesave-Gesetz

Sie lesen gerade:

Island verabschiedet Icesave-Gesetz

Schriftgrösse Aa Aa

Nach langem Tauziehen hat Islands Parlament das so genannte Icesave-Gesetz verabschiedet. Damit zahlt Island nun dreieinhalb Milliarden Euro an Großbritannien und die Niederlande.

Beide Länder hatten ihre Kunden bei der Pleitebank Icesave entschädigt. Vom isländischen Staat wollen sie diese Milliarden jetzt wiedersehen. Für das Gesetz stimmten in Reykjavik 34 der 63 Abgeordneten. Je vierzehn waren dagegen oder enthielten sich. Icesave war ein Internet-Ableger der Landsbanki und warb mit hohen Zinsen um das Geld von Sparern im Ausland. Nach der Pleite weigerte sich Island, die ausländischen Icesave-Kunden zu entschädigen. Vor allem das Verhältnis zu Großbritannien wurde dadurch wirklich eisig. Viele Isländer sehen sich jetzt zu Unrecht als Steuerzahler in die Pflicht genommen, für das Fehlverhalten eines Privatunternehmens. Außerdem sehen sie ihr Land durch die Rückzahlung zu stark belastet. Das Gesetz enthält jetzt eine Obergrenze, die sich am Bruttoinlandsprodukt bemisst. Wie Großbritannien und die Niederlande auf diese und andere Änderungen in dem Papier reagieren, ist aber noch unklar.