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Gabun vor der Schicksalswahl

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Gabun vor der Schicksalswahl

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In Gabun wird morgen ein neuer Präsident gewählt. Das bisherige Staatsoberhaupt Omar Bongo war im Juni gestorben; er hatte das afrikanische Land mehr als vierzig Jahre lang regiert.

Einen neuen Namen müssen sich die Gabuner möglicherweise auch gar nicht merken: Als Favorit für die Wahl gilt Bongos Sohn Ali Ben Bongo. Der Fünfzigjährige zeigt sich selbstsicher: “Auf dem Stimmzettel seht Ihr dann mein Foto”, instruiert er seine Anhänger. “Da bin ich dann auch im Anzug, sieht schon sehr nach Präsident aus.” Das kleine Gabun mit seinen anderthalb Millionen Menschen hat viel Erdöl. Dieser Reichtum kommt aber nur einer kleinen Elite zugute. Gegen den verstorbenen Präsidenten ermittelte zuletzt sogar die französische Justiz wegen seines enormen Vermögens in Paris und an der Côte d’Azur. Gut zwanzig Bewerber treten zu der Wahl an; die besten Aussichten gegen Bongo hat wohl André Mba Obame, früher einmal Innenminister. Viele Gabuner würden sich nach den Jahrzehnten unter dem alten Bongo durchaus einen Wechsel wünschen: “Wir wollen das wie in Südafrika”, sagt eine Frau hier; “wir müssen uns befreien, die Zeit ist gekommen.” Allerdings könnte Ali Ben Bongo angesichts der Zersplitterung seiner Gegner der Sieg leichtfallen: Er muss einfach mehr Stimmen haben als jeder andere. Eine absolute Mehrheit ist nicht nötig, eine Stichwahl wird es demzufolge auch nicht geben.