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Wichtiger Wahlsonntag in Deutschland

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Wichtiger Wahlsonntag in Deutschland

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In vier Wochen wird der deutsche Bundestag gewählt – aber schon jetzt, an diesem Sonntag, werden die Parteien etwas besser wissen, wo sie stehen.

In drei Bundesländern geht es um die Sitze in den Landtagen. Und nach den Umfragen zu urteilen, kann es dabei durchaus einige Überraschungen geben. Interessant wird auch wieder die Wahlbeteiligung werden. Manche sächsischen Wähler sind noch unentschlossen: “Wenn man mir die Zeit lässt zur Wahl zu gehen, dann gehe ich”, sagt ein Mann in Dresden. “Wo ich mein Kreuz mache, das bleibt mein Geheimnis.” “Da hab ich eigentlich festgestellt, dass sie sich nicht sehr groß unterscheiden”, meint eine junge Frau hier. “Ich glaube, ich werde mich morgen recht spontan entschieden.” – Und eine 82-jährige Frau sagt: “Ich finde, es sind immer zu viele Parteien, dadurch kommt es nie zu einer klaren, einheitlichen Meinung. Deshalb dauert auch alles immer so lange.” In Sachsen wird die CDU wohl weiterregieren, vielleicht aber den Partner wechseln – je nach Ergebnis die FDP statt der SPD. Zweimal könnten die Christdemokraten aber abgewählt werden, in Thüringen und im Saarland. In beiden Ländern regieren sie jetzt sogar noch mit absoluter Mehrheit; deutliche Einbußen sind aber den Umfragen zufolge sicher. SPD und Linke – und wohl auch die Grünen – müssten jedoch zusammen stark genug sein und sich dann auch noch zusammenraufen. Vor allem in Thüringen steht dahinter noch ein großes Fragezeichen: Die Linke wird hier wohl besser abschneiden als die SPD; die Sozialdemokraten wollen aber keinen Ministerpräsidenten der Linken stützen. Wie die Grünen zu einem möglichen Bündnis mit der Linkspartei stehen, ist ebenfalls noch unklar. Für die Kanzlerin wäre der Verlust von zwei Bundesländern ein Schlag – auch wenn sie und ihre CDU in den Umfragen zur Bundestagswahl haushoch führen und ein Wahlsieg kaum in Frage steht. Allerdings könnte es bei einigen Prozent weniger knapp werden für das angestrebte Regierungsbündnis mit den Freien Demokraten. Gemeinsame Erfolge von SPD und Linken wären aber auch für den sozialdemokratischen Herausforderer ein zweischneidiges Schwert: Die CDU schürt schon erneut die Angst vor rot-roten Bündnissen. Und auch wenn die SPD das auf Bundesebene weiterhin ausschließt, hätte eine solche Debatte doch noch reichlich Zeit, sich in den vier Wochen bis zur Bundestagswahl zu entfalten.