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Freilassung für Öl

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Freilassung für Öl

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Es war bereits darüber spekuliert worden,- nun scheint es sicher:

Der Lockerbie-Attentäter Abdelbaset Al-Megrahi ist für einen Öl-Deal freigelassen worden. Die Entlassung des an Krebs leidenden 57-Jährigen hatte besonders bei den Familien der Opfer des Anschlags in den USA heftige Kritik hervorgerufen. Wie die Sunday Times in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, liegen ihr Briefe des britischen Justizministers Jack Straw vor, die beweisen, dass Al-Megrahi nicht aus humanitären Gründen entlassen wurde,- wie es zunächst hieß, sondern aus höchstem nationalen Interesse. Im Mai 2007 hatte Großbritannien den Abschluss eines umfangreichen Öl-und Erdgasvertrages zwischen BP und Libyen angekündigt. Die Unterzeichnung verzögerte sich jedoch immer wieder. Um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen, teilte Jack Straw daraufhin seinem schottischen Kollegen mit, man könne Al-Megrahi nicht länger vom Austauschprogramm für libysche Gefangene ausnehmen. Der Schotte bezeichnete die Freilassung zwar als “Humanitären Akt”,- doch steht dem ein Vertrag zwischen Libyen und BP von immerhin rund 17 Milliarden Euro gegenüber.